Der Berufsdienst
Ein Rotarier vertritt nicht nur im Rahmen seiner Klassifikation seinen Beruf in Rotary, sondern er vertritt auch Rotary und rotarische Grundsätze in seinem Beruf. Bei keinem der rotarischen Dienstzweige steht der persönliche Einsatz des Einzelnen so kompromisslos im Vordergrund wie beim Berufsdienst. Er lässt sich nur aus dem Gebot ethischen Handelns und aus dem Klassifikationsprinzip verstehen. Zwei Gesichtspunkte sollen mit Anliegen und Zielen dieses Dienstzweiges vertraut machen.
- Der einzelne Rotarier ist gehalten, die ethischen Grundsätze im Sinne der Vier-Fragen-Probe im täglichen Berufsleben zu praktizieren.
- Die Gemeinschaften, der Club, der Distrikt und die internationale Organisation haben ihre Möglichkeiten auszunutzen, die beruflichen Fähigkeiten, Erfahrungen und Verbindungen des Einzelnen koordiniert in den Dienst anderer zu stellen. Das beschränkt sich nicht auf einbahnige Informationsübermittlung, sondern bedeutet möglichst auch konstruktiven Austausch.
Vorträge, Arbeitsplatztreffen
Die Darstellung seines Arbeitsfeldes durch einen Clubfreund erweitert im Kennenlernen von Arbeitsvorgängen einer bestimmten Branche den Blick. Sie festigt durch unmittelbaren Kontakt mit dem beruflichen Umfeld eines Clubmitgliedes das freundschaftliche Verstehen.
Vermittlung beruflicher Erfahrung
- bei Neugründung von Firmen beratend oder durch Überlassung gebrauchsfähiger Maschinen und Werkzeuge mit Einweisung;
- durch Mitwirkung bei Projekten des Senioren-Experten-Services;
- durch Planung und Mitwirkung bei Matching Grants; Weltgemeindienstprojekten und Programmen für Rotary Volunteers;
- durch Organisation und Betreuung von Berufspraktika für Auszubildende, Studenten und Berufsanfänger aus Mittel- und Osteuropa sowie aus Entwicklungsländern.
Rotary-Tische bei Tagungen und Messen
Auch hier ist ein anregender, meist berufsbezogener Meinungsaustausch zu finden. Die Verbesserung des Präsenzstatus sei als Nebenwirkung begrüßt.
Berufsinformation für Schüler
Hierbei handelt es sich um die Darstellung von Berufsbildern, während den Arbeitsämtern die Berufsberatung vorbehalten bleibt. In der breitgestreuten Information über beruflichen Alltag, Werdegang, Anforderungen und Aussichten verwirklicht sich in idealer Weise das Berufsklassenprinzip. Die Variationsbreite der Gestaltung garantiert einen weiten clubspezifischen Spielraum. Aber: Die Kooperation der Schulleitung ist unabdingbare Voraussetzung.
Betriebserkundungen, Praktika für Schüler
Sie können mehr oder minder kurzzeitig die obigen Veranstaltungen ergänzen oder als eigenständige Programme organisiert werden. RYLA-Seminare (Rotary Youth Leadership Award) werden vom Distrikt oder von einer Gruppe von Rotary Clubs durchgeführt. Ausgewählten 18- bis 25-jährigen Frauen und Männern, die sich durch besondere Leistungen und Führungsqualitäten ausweisen, wird in Wochenendseminaren die Möglichkeit zur Information über aktuelle Zeitfragen vermittelt. Der Themenkatalog der Seminare ist breit gefächert, wobei die Vorbereitung auf spätere Führungsaufgaben im Mittelpunkt steht.
Studiengruppen-Austausch (GSE)
Im Rahmen des Austauschprogramms (Group Study Exchange, GSE) wird jungen Männern und Frauen mit abgeschlossener Berufsausbildung in einem Auslandsaufenthalt von vier bis sechs Wochen das Kennenlernen der Berufsausübung in anderen Ländern und der Einblick in deren spezifische Berufsmerkmale ermöglicht.